4. IDE

 

 

Sie mussten bis jetzt immer die drei Schritte der Programmentwicklung (Editieren, Übersetzen, Ausführen) "von Hand" durchführen. Eine Entwicklungsumgebung (IDE = Integrated Development Environment) soll Ihnen das Starten eines Editors "von Hand" abnehmen, eine Kompilation auf Mausklick durchführen und Ihnen auch sonst bei der Programmentwicklung behilflich sein. Dass Sie bisher alles "von Hand" gemacht haben hatte zum Zweck, Ihnen zu zeigen, was bei einer Programmentwicklung abläuft. Ich hoffe sehr, dass dies gelungen ist und dass Sie auch im folgenden begreifen, was geschieht, obwohl nun viele Vorgänge "im Versteckten" ablaufen. Die Kehrseite der Medallie: Auch in eine Entwicklungsumgebung muss man sich einarbeiten. Und das ist genau das Ziel dieses Kapitels. Es gibt verschiedenste Entwicklungsumgebungen für Java. Falls Sie sich eingehender für das Thema Entwicklungsumgebungen interessieren und/oder die IDE zu Hause einrichten möchten, klicken Sie hier.

Wir verwenden in diesem Kurs JCreator, eine ganz einfache, kostenlos erhältliche IDE. Sehen wir uns etwas um in dieser Entwicklungumgebung:

  • Starten Sie JCreator ("Startmenü", "Programme", "Programmieren):

Das JCreator Fenster ist ähnlich aufgebaut wie bei andern Windows Programmen. Sie lernen es am besten kennen, indem Sie gleich ein Programm kreieren. Zuerst legen Sie einen "Workspace" fest. Das ist der Ort, an welchem sich Ihre Dateien befinden (Es können auch mehrere Workspaces definiert werden):

  • Wählen Sie Menü "File", "New", "Blank Workspace...".
  • Hinter "Name:" geben Sie dem Workspace einen Namen - z.B. Ihren.
  • Hinter "Location:" wählen Sie dien Ort, der Ihre Projekte enthalten soll, z.B. auf der Festplatte P: (Taste "..." klicken!).
  • Durck klick auf "Finish" wird der neue Workspace erstellt und Sie sehen ihn im Fenster "File View".

Alle Dateien, die logisch zusammengehören werden in einem Project zusammengefasst. Also erstellen wir ein neues Projekt:

  • Es könnte wieder über das Menü "File" erstellt werden. Einfacher geht es mit einem Rechtsklick auf den soeben erstellten Workspace.
  • Wählen Sie den Menüpunkt "Add New Project...".
  • Wählen Sie "Empty Project" und "Next".
  • Geben Sie dem Projekt einen Namen, z.B. CreatorTest. Sie sehen, dass "Location" etc. schon gut eingestellt ist, klicken Sie also "Finish" und das Projekt ist erstellt.

Jetzt kriegt das Projekt "Fleisch am Knochen", Sie erstellen die Quelltext - Datei:

  • Rechtsklick auf Ihr Projekt und Menüpunkt "Add", "New File..." wählen.
  • Bei "File Type" "Java File" wäheln.
  • Bei "File Path" der Datei einen Namen geben (z.B. auch wieder CereatorTest).
  • Mit "Finish" wird die Datei erstellt und Sie sind gleich bereit, im Editor Fenster den Quelltext einzugeben. Am besten ein ganz kleines Programm, z.B. das, welches oben im Bild im Editorfenster zu sehen ist.

Beachten Sie, wie Ihnen JCreator beim Editieren hilft: Wörter, welche dem Javacompiler bekannt sind, werden blau angezeigt, der Text in Anführungszeichen dunkelrot. Mir war dieses Rot zu dunkel: Mit Menü "Configure", "Options...", "Java", "Color", "String" lässt sich das ändern. Zu einer öffnenden Klammer gibt's automatisch eine schliessende und das Einrücken wird auch automatisch gemacht. Wenn Sie fertg sind, übersetzen Sie:

  • Wählen Sie Menü "Build" "Compile File": Falls im Fenster unten steht "Process completed", war die Übersetzung fehlerfrei, sonst korrigieren und neu übersetzen.
  • Wählen Sie Menü "Build" "Execute File" und Ihr Programm wird wie früher in einem DOS Fenster ausgeführt. Irgendeine Taste drücken und das Fenster schliesst wieder.

Damit können Sie bereits mit JCreator programmieren. Von den vielen weiteren Möglichkeiten der IDE wollen wir doch gleich noch eine kennenlernen, welche uns in grafische Welten entführt:

 
Grafik
  • Fügen Sie ein neues Projekt zu Ihrem Workspace. Wählen Sie das Template "Basic Java Application". Geben Sie dem Projekt z.B. den Namen WindowTest. Die restlichen Einstellungen sind in Ordnung, Sie können gleich "Finish" klicken.
  • Klicken Sie auf das "+" neben dem Ordner "src" im Fenster "File View": JCreator hat Ihnen schon zwei Qelltext - Dateien gemacht (davon eine "Hauptdatei" mit dem gleichen Namen wie das Projekt - das ist üblich so). Und nicht nur das, die Dateien haben schon einen Inhalt. Sie sehen ihn, wenn Sie eine der Dateien doppelklicken. Lassen Sie sich nicht verwirren, da ist vieles, was Sie noch nicht kennen. Etwas sollen Sie aber gleich kennenlernen:

Kommentare:

Kommentare sind Teile einer Quelltextdatei, welche der Compiler nicht interpretiert. Sie sind als Hilfe für den Programmierer selber gedacht. Und sie sind eines der wichtigsten Hilfsmittel für Sie: Schreiben Sie ausführlich Kommentare in Ihre Quelltexte, damit Sie später noch wissen, was Sie gemacht haben! Sie sehen, dass

  1. Kommentare in JCreator grün dargestellt werden.
  2. Einzeilige Kommentare mit "//" eingeleitet werden.
  3. Mehrzeilige Kommentare mit "/*" beginnen und mit "*/" aufhören.

Nachdem Sie beide Dateien angeschaut haben, soll dieses Projekt zum Laufen kommen. Es ist noch nicht sehr sinnvoll, aber bereits lauffähig, ohne jede Änderung:

  • Das Projekt wird übersetzt. Da es zwei Dateien beinhaltet, könnten wird jede einzeln übersetzen, besser aber beide auf's Mal: Menü "Build" "Compile Project" (Merken Sie sich das Tastenkürzel <F7>, da Sie diesen Menüpunkt oft brauchen werden!).
  • Führen Sie das Projekt aus mit "Build" "Execute Project" (merken Sie sich auch hier das Tastenkürzel <F5>!): Sie sehen eine Java Applikation mit einem grafischen Fenster. Das Fenster ist natürlich noch leer, hat aber schon ein ausgewachsenes Menü mit einem einzigen Menüpunkt - brauchen Sie ihn!

Damit ist die "Tour d'horizon" durch JCreator beendet. Falls Sie weitere Infos zu JCreator wünschen, rufen Sie die Hilfe auf (Menü "Help", "Help contents..." oder Taste <F1>) oder sehen Sie sich auf der Website von JCreator um.

Achtung:
Arbeiten Sie nie ohne ein Projekt und verwirren Sie den JCreator nicht, indem Sie Dateien, die er verwendet von ausserhalb der IDE löschen oder verschieben. Sonst wird der JCreator vom Powertool zum Bremsklotz bei Ihrer Arbeit!!!

Im nächsten Kapitel beginnt die Knochenarbeit, welche nötig ist, damit schöne Fenster nicht leer bleiben.