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Sie
mussten bis jetzt immer die drei Schritte der Programmentwicklung (Editieren,
Übersetzen, Ausführen) "von Hand" durchführen.
Eine Entwicklungsumgebung (IDE = Integrated Development
Environment) soll Ihnen das Starten eines Editors "von
Hand" abnehmen, eine Kompilation auf Mausklick durchführen
und Ihnen auch sonst bei der Programmentwicklung behilflich sein. Dass
Sie bisher alles "von Hand" gemacht haben hatte zum Zweck,
Ihnen zu zeigen, was bei einer Programmentwicklung abläuft. Ich
hoffe sehr, dass dies gelungen ist und dass Sie auch im folgenden begreifen,
was geschieht, obwohl nun viele Vorgänge "im Versteckten" ablaufen.
Die Kehrseite der Medallie: Auch in eine Entwicklungsumgebung muss man
sich einarbeiten. Und das ist genau das Ziel dieses Kapitels. Es gibt
verschiedenste Entwicklungsumgebungen für Java. Falls Sie sich eingehender
für das Thema Entwicklungsumgebungen interessieren und/oder die
IDE zu Hause einrichten möchten, klicken Sie hier.
Wir verwenden in
diesem Kurs JCreator, eine ganz einfache, kostenlos
erhältliche IDE. Sehen wir uns etwas um in dieser Entwicklungumgebung:
- Starten Sie JCreator
("Startmenü", "Programme", "Programmieren):

Das JCreator Fenster
ist ähnlich aufgebaut wie bei andern Windows Programmen. Sie lernen
es am besten kennen, indem Sie gleich ein Programm kreieren. Zuerst
legen Sie einen "Workspace" fest. Das ist der Ort, an welchem sich
Ihre Dateien
befinden (Es können auch mehrere Workspaces definiert werden):
- Wählen Sie
Menü "File", "New", "Blank Workspace...".
- Hinter "Name:" geben
Sie dem Workspace einen Namen - z.B. Ihren.
- Hinter "Location:"
wählen Sie dien Ort, der Ihre Projekte enthalten soll, z.B. auf der
Festplatte P: (Taste "..." klicken!).
- Durck klick auf
"Finish" wird der neue Workspace erstellt und Sie sehen ihn im Fenster
"File View".
Alle Dateien,
die logisch zusammengehören werden in einem Project zusammengefasst.
Also erstellen wir ein neues Projekt:
- Es könnte
wieder über das Menü "File" erstellt werden. Einfacher geht es
mit einem Rechtsklick auf den soeben erstellten Workspace.
- Wählen Sie
den Menüpunkt "Add New Project...".
- Wählen Sie
"Empty Project" und "Next".
- Geben Sie
dem Projekt einen Namen, z.B. CreatorTest. Sie sehen, dass "Location"
etc. schon gut eingestellt ist, klicken Sie also "Finish" und
das Projekt ist erstellt.
Jetzt kriegt
das Projekt "Fleisch am Knochen", Sie erstellen die Quelltext -
Datei:
- Rechtsklick
auf Ihr Projekt und Menüpunkt "Add", "New File..." wählen.
- Bei "File
Type" "Java File" wäheln.
- Bei "File
Path" der Datei einen Namen geben (z.B. auch wieder CereatorTest).
- Mit "Finish"
wird die Datei erstellt und Sie sind gleich bereit, im Editor
Fenster den Quelltext einzugeben. Am besten ein ganz kleines
Programm, z.B. das, welches oben im Bild im Editorfenster zu
sehen ist.
Beachten Sie,
wie Ihnen JCreator beim Editieren hilft: Wörter, welche dem Javacompiler
bekannt sind, werden blau angezeigt, der Text in Anführungszeichen
dunkelrot. Mir war dieses Rot zu dunkel: Mit Menü "Configure",
"Options...", "Java", "Color", "String" lässt sich das ändern.
Zu einer öffnenden Klammer gibt's automatisch eine schliessende
und das Einrücken wird auch automatisch gemacht. Wenn Sie fertg
sind, übersetzen Sie:
- Wählen Sie
Menü "Build" "Compile File": Falls im Fenster unten steht "Process
completed", war die Übersetzung fehlerfrei, sonst korrigieren
und neu übersetzen.
- Wählen Sie
Menü "Build" "Execute File" und Ihr Programm wird wie früher
in einem DOS Fenster ausgeführt. Irgendeine Taste drücken und
das Fenster schliesst wieder.
Damit können Sie bereits
mit JCreator programmieren. Von den vielen weiteren Möglichkeiten der
IDE wollen wir doch gleich noch eine kennenlernen, welche uns in grafische
Welten entführt:
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| Grafik |
- Fügen Sie ein neues
Projekt zu Ihrem Workspace. Wählen Sie das Template "Basic
Java Application".
Geben Sie dem Projekt z.B. den Namen WindowTest. Die restlichen Einstellungen
sind in Ordnung, Sie können gleich "Finish" klicken.
- Klicken Sie auf
das "+" neben dem Ordner "src" im Fenster "File View": JCreator hat
Ihnen schon zwei Qelltext - Dateien gemacht (davon eine "Hauptdatei"
mit dem gleichen Namen wie das Projekt - das ist üblich so). Und nicht
nur das, die Dateien haben schon einen Inhalt. Sie sehen ihn,
wenn
Sie
eine
der
Dateien doppelklicken. Lassen Sie sich nicht verwirren, da ist vieles,
was Sie noch nicht kennen. Etwas sollen Sie aber gleich kennenlernen:
Kommentare:
Kommentare sind Teile
einer Quelltextdatei, welche der Compiler nicht interpretiert. Sie sind
als Hilfe für den Programmierer selber gedacht. Und sie sind eines der
wichtigsten Hilfsmittel für Sie: Schreiben Sie ausführlich Kommentare in
Ihre Quelltexte, damit Sie später noch wissen, was Sie gemacht haben!
Sie sehen, dass
- Kommentare in JCreator
grün dargestellt werden.
- Einzeilige Kommentare
mit "//" eingeleitet werden.
- Mehrzeilige Kommentare
mit "/*" beginnen und mit "*/" aufhören.
Nachdem Sie beide Dateien
angeschaut haben, soll dieses Projekt zum Laufen kommen. Es ist noch nicht
sehr sinnvoll, aber bereits lauffähig, ohne jede Änderung:
- Das Projekt wird
übersetzt. Da es zwei Dateien beinhaltet, könnten wird jede einzeln
übersetzen, besser aber beide auf's Mal: Menü "Build" "Compile Project"
(Merken Sie sich das Tastenkürzel <F7>, da Sie diesen Menüpunkt oft
brauchen werden!).
- Führen Sie das Projekt
aus mit "Build" "Execute Project" (merken Sie sich auch hier das Tastenkürzel
<F5>!): Sie sehen eine Java Applikation mit einem grafischen Fenster.
Das Fenster ist natürlich noch leer, hat aber schon ein ausgewachsenes
Menü mit einem einzigen Menüpunkt - brauchen Sie ihn!
Damit ist die "Tour
d'horizon" durch JCreator beendet. Falls Sie weitere Infos zu JCreator
wünschen, rufen Sie die Hilfe auf (Menü "Help", "Help contents..." oder Taste
<F1>) oder sehen Sie sich auf der Website von JCreator um.
Achtung:
Arbeiten Sie nie ohne ein Projekt und
verwirren Sie den JCreator nicht, indem Sie Dateien, die er verwendet von
ausserhalb der IDE löschen oder verschieben. Sonst wird der JCreator vom
Powertool zum Bremsklotz bei Ihrer Arbeit!!!
Im nächsten
Kapitel beginnt die Knochenarbeit, welche nötig ist, damit schöne
Fenster nicht leer bleiben.
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