Philosophie

Philosophie beginnt, wie so vieles, bei den Griechen und bedeutet übersetzt 'Liebe zur Weisheit'.

Schon im 7. Jahrhundert vor Christus beschäftigten sich verschiedene Philosophen mit der Frage nach Entstehung und Wesen der Welt und kamen zu einigen sehr überraschenden und phantasievollen Antworten. Wichtige Vertreter dieser Naturphilosophen sind Thales von Milet, Pythagoras von Samos (beide bekannt aus dem Mathematik-Unterricht...) und Demokrit von Abdera. Für Thales war der Urstoff aller Dinge das Wasser, d.h. das, woraus alles entsteht (andere Philosophen dieser Zeit sahen Luft, Feuer oder Erde (oder alle vier Elemente) als Urstoff der Welt an). Pythagoras glaubte an die Seelenwanderung; er und seine Anhänger waren daher Vegetarier (man könnte ja sonst einen Verwandten essen...). Demokrit nahm als erster an, dass die Welt durch ein zufälliges Zusammentreffen kleinster Teile (die sogenannten Atome...) entstanden sei.

Später trat die Frage nach Wesen und sittlich richtigem Verhalten des Menschen in den Vordergrund. Sokrates pflegte durch die Strassen von Athen zu wandern und seine Mitbürger in Diskussionen über verschiedenste Fragen zu verwickeln: was ist Freundschaft, was ist Tugend, was ist Eros? Und allen wies er nach, dass sie, wie er selbst, nichts wüssten...

Ausgehend von seinen Lehren (diese wurden u.a. von seinem Schüler Platon festgehalten) entstanden weitere philosophische Richtungen. Diogenes von Sinope (bekannt als 'Diogenes in der Tonne') trieb die von Sokrates geforderte Bedürfnislosigkeit so weit, dass er auf alles nicht absolut Notwendige verzichtete (man berichtet über ihn, dass er seinen Becher weggeworfen habe, nachdem er gesehen habe, wie ein Kind mit blosser Hand Wasser schöpfte...).

Auch die bis in römische Zeit sehr wichtigen Schulen der Stoa und des Epikur gehen letztlich auf Sokrates zurück. Die Stoiker bemühten sich um die Beherrschung der sogenannten Affekte, d.h. von Gefühlen wie Zorn oder Trauer, die den Menschen daran hindern, ein glückliches Leben zu führen. Für die Epikureer ist die Lust das oberste Ziel, aber nicht im Sinn einer nie enden wollenden Party, sondern Lust bedeutet hier Freiheit von Schmerz. Ausserdem geht es Epikur darum, den Menschen die Furcht vor den Göttern zu nehmen, indem er, wie Demokrit, annimmt, dass die Welt durch ein zufälliges Zusammentreffen von Atomen entstanden ist, und auch alle Naturphänomene wie Blitz und Donner oder Erdbeben 'naturwissenschaftlich' zu erklären versucht.