Literatur
Die griechische Literatur beginnt um 800 vor Christus mit den Epen des Homer und Hesiod. Homer gilt als Verfasser der Ilias und der Odyssee, Hesiod als Verfasser eines Werks über Landwirtschaft und über die verwandtschaftlichen Beziehungen unter den Göttern. Der Anfang der Ilias (Geschichte vom Untergang Trojas (vgl. den Film Troy)) lautet:
Homer, Ilias 1,1-7
MHNIN AEIDE, QEA, PHLHIADEW ACILLHOS
OULOMENHN, H MURI ACAIOIS ALGE EQHKE,
POLLAS D IFQUMOUS YUCAS AIDI PROIAYEN
HRWWN, AUTOUS DE ELWRIA TEUCE KUNESSIN
OIWNOISI TE PASI, DIOS D ETELEIETO
BOULH,
EX OU DH TA PRWTA DIASTHTHN ERISANTE
ATREIDHS TE ANAX ANDRWN KAI DIOS ACILLEUS.
Den Zorn
besinge,
Göttin,
des
Peleus-Sohnes
Achill,
den verderblichen, der den Achaiern (Griechen) tausend Schmerzen bereitet;
viele tapfere Seelen von Helden warf er dem Hades
vor, sie selbst machte er zum Frass den Hunden
und allen Geiern, des Zeus Plan aber vollendete sich –
von da an, als zum ersten mal im Streit auseinandergingen
der Atreus-Sohn (Agamemnon), der Herr der Männer, und der göttliche
Achill.

Aus späterer Zeit sind viele Werke über Philosophie erhalten (dazu gehören im weitesten Sinn auch naturwissenschaftliche Werke, d.h. solche über Biologie, Medizin, Astronomie, Mathematik u.ä.), aber auch andere Literaturgattungen wie Theaterstücke (Tragödien und Komödien) oder Romane, dazu zahlreiche Gedichte über unterschiedlichste Themen, Geschichtsschreibung und Reden verschiedenster Art.
Hauptthema der Tragödien ist die Mythologie: Hauptpersonen sind die mythischen Könige und Königinnen und ihre schweren Schicksale; auch Götter treten ab und zu auf, besonders dann, wenn eine Situation ausweglos verworren ist. Wichtige Vertreter dieser Literaturgattung sind Aischylos, Sophokles und Euripides, die alle im 5. Jh. v. Chr. lebten.
In der Komödie geht es bedeutend heiterer zu. Aristophanes verfasste äusserst phantasievolle Stücke, in denen er sich über seine Zeitgenossen lustig machte; seine Chöre bestehen aus 'Wespen', 'Fröschen', 'Wolken' und ähnlichem...
Bei den Romanen gibt es zum einen Liebesromane und zum anderen Reiseromane; oft geht es auch um eine Kombination beider Elemente (ein junges Liebespaar geht auf Reisen, wird getrennt, ist zahlreichen Gefahren ausgesetzt und findet am Schluss doch wieder zusammen...). Ein besonders berühmter Roman ist Daphnis und Chloe des Schriftstellers Longos: dabei geht es um einen Knaben (Daphnis) und ein Mädchen (Chloe), zwei Schäfer, die sich in einander verlieben, aber lange Zeit nicht wissen, was überhaupt mit ihnen los ist...
Eine der berühmtesten Dichterinnen ist Sappho aus Lesbos (6. Jh.): ihr Thema ist vor allem die (lesbische) Liebe. Die meisten anderen erhaltenen Gedichte stammen allerdings von Männern und drehen sich nicht nur um Liebe, sondern auch um Krieg, politische Themen oder Jugend und Alter.
Einer der berühmtesten Geschichtsschreiber ist Herodot. Er verfasste ein Werk über die Perserkriege (vgl. z.B. den Film 300), das aber mindestens zur Hälfte die Völker beschreibt, die von den Persern vor den Perserkriegen unterworfen wurden. So erfahren wir zum Beispiel einiges über Geschichte, Geographie, Tierwelt und Kultur von Ägypten oder Skythien (Land nördlich des Schwarzen Meers).
Bei den Reden unterscheidet man Gerichtsreden, politische Reden und Lobreden. Besonders die Gerichtsreden geben einen guten Einblick ins antike Leben: jeder musste sich vor Gericht selber verteidigen, und da die wenigsten rhetorisch geschult waren, überliessen sie das Verfassen der Rede einem Redenschreiber und lernten sie dann auswendig. Einer der berühmtesten Redenschreiber ist Lysias.